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Implantat nach Parodontitis: Ist das möglich?

Implantat nach Parodontitis: ja, unter Bedingungen. Vorherige Sanierung, Risiko einer Periimplantitis und verstärkte Nachsorge, in Kénitra.

Von Dre Fatima Azelmat 8 juin 2026 10 min de lecture

Rédigé et vérifié par la Dre Azelmat · Mis à jour le 9 juin 2026

Implantat nach Parodontitis: Ist das möglich?

Kurz gefasst

Eine durchgemachte Parodontitis schließt ein Implantat nicht aus. Sie ist jedoch ein anerkannter Risikofaktor für eine Periimplantitis und setzt einen sanierten Mund sowie eine lebenslange Nachsorge voraus.

„Ich habe meine Zähne wegen einer Parodontitis verloren – kommen Implantate für mich überhaupt noch infrage?" Das ist eine der häufigsten Fragen in der Sprechstunde, und die ehrliche Antwort besteht aus zwei Teilen. Ja, eine Parodontitis in der Vorgeschichte ist keine Kontraindikation für ein Implantat: Viele Patientinnen und Patienten, die wegen einer Parodontalerkrankung behandelt wurden, behalten ihre Implantate über viele Jahre. Diese Möglichkeit ist jedoch an genaue Bedingungen geknüpft, denn eine durchgemachte Parodontitis erhöht das Risiko, später eine Periimplantitis zu entwickeln. Das Risiko ist also nicht gleich null, und es so darzustellen wäre unredlich.

Dieser Artikel erklärt, was diese Vorgeschichte bedeutet, was Metaanalysen und der internationale Konsens zu diesem Risikofaktor tatsächlich aussagen und vor allem, unter welchen Bedingungen ein Implantat mit ruhigem Gewissen in Betracht gezogen werden kann: ein sanierter Mund vor der Insertion, eine gute Plaquekontrolle, die Reduktion oder das Beenden des Rauchens und eine dauerhaft eingehaltene Nachsorge. Ziel ist es weder zu entmutigen noch übermäßig zu beruhigen, sondern die Grundlagen für eine gemeinsame und gut informierte Entscheidung zu schaffen. Jede klinische Aussage stützt sich auf eine benannte Quelle, ohne Zusage einer bestimmten Haltbarkeit oder eines garantierten Ergebnisses.

Eine durchgemachte Parodontitis: Was ändert das?

Die Parodontitis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die den Zahnhalteapparat – das tiefe Zahnfleisch und den Alveolarknochen – zerstört, ausgelöst durch einen bakteriellen Biofilm bei einem empfänglichen Wirt. Sie ist heute eine der Hauptursachen für Zahnverlust. Wenn Sie unsicher sind, welcher Art Ihre früheren Zahnfleischprobleme waren, hilft der Artikel über den Unterschied zwischen Parodontitis und Gingivitis dabei, Ihr Profil einzuordnen: Die Gingivitis ist reversibel und auf das Zahnfleisch begrenzt, während die Parodontitis den Knochen bereits erreicht hat.

Dieser Punkt ist entscheidend für das Verständnis des Implantats. Die Periimplantitis, also die Erkrankung, die ein Implantat betreffen kann, folgt einem der Parodontitis vergleichbaren Prinzip: eine mit Plaque verbundene Entzündung, die zu einem fortschreitenden Knochenverlust rund um das Implantat führt. Wer bereits an den natürlichen Zähnen gezeigt hat, dass er auf den Biofilm mit Knochenverlust reagiert, bleibt anfällig dafür, um seine Implantate herum ebenso zu reagieren. Eine Parodontitis in der Vorgeschichte ist deshalb nicht belanglos: Sie beschreibt eine biologische Veranlagung, nicht nur eine abgeschlossene Krankengeschichte.

Das bedeutet nicht, dass die Parodontitis die Implantate auf mechanischem Weg „ansteckt". Es bedeutet, dass das Risikoprofil eines Menschen nicht zusammen mit seinen Zähnen verschwindet: Es muss bei der Entscheidung und bei der Nachsorge berücksichtigt werden.

Das Risiko einer Periimplantitis ist real: Was die Studien zeigen

Die Fachliteratur ist an diesem Punkt einheitlich, und es ist wichtig, sie mit Zahlen darzustellen, ohne sie zu dramatisieren.

Der internationale Konsens

Der World Workshop 2017, gemeinsam ausgerichtet von der amerikanischen und der europäischen Fachgesellschaft für Parodontologie, hat die maßgebliche Klassifikation der periimplantären Erkrankungen festgelegt. Sein Konsensusbericht (Berglundh et al., 2018) kommt zu dem Schluss, dass es deutliche Hinweise auf ein erhöhtes Periimplantitis-Risiko bei Patientinnen und Patienten mit Parodontitis in der Vorgeschichte, mit schlechter Plaquekontrolle und ohne regelmäßige Nachsorge nach der Implantation gibt. Diese drei Faktoren werden gemeinsam genannt, was aufschlussreich ist: Die Vorgeschichte zählt, aber Mundhygiene und Nachsorge wiegen ebenso schwer.

Die Übersichtsarbeit von Schwarz et al. (2018), die aus demselben Workshop hervorgegangen ist, bestätigt, dass eine Parodontitis in der Vorgeschichte zu den am besten belegten Risikoindikatoren für eine Periimplantitis gehört – neben der Plaquekontrolle und der Nachsorge.

Was die Metaanalysen beziffern

Mehrere Übersichtsarbeiten quantifizieren dieses zusätzliche Risiko. Die Metaanalyse von Sgolastra et al. (2015, Clinical Oral Implants Research) berichtet bei Patientinnen und Patienten mit Parodontalerkrankung ein relatives Risiko für Implantatverlust von 1,69 (95 %-KI: 1,31–2,17) und ein Periimplantitis-Risiko von 2,17 (95 %-KI: 1,51–3,12), beide statistisch signifikant im Vergleich zu parodontal gesunden Personen.

Eine neuere und breiter angelegte Übersichtsarbeit, jene von Serroni et al. (2024, Clinical Implant Dentistry and Related Research), hat 12 prospektive Kohortenstudien zusammengeführt. Sie findet ein signifikant höheres Risiko für Implantatverlust bei Personen mit Parodontitis in der Vorgeschichte – relatives Risiko von 1,62 bis 5 Jahre und von 2,26 jenseits von 5 Jahren – sowie eine etwa viermal höhere Periimplantitis-Inzidenz (relatives Risiko von 4,09; 95 %-KI: 1,93–8,58), bei durchschnittlich stärkerem marginalem Knochenverlust. Die Autoren weisen allerdings darauf hin, dass die Evidenzstärke mangels randomisierter Studien niedrig bleibt und dass diese Zahlen ein Risiko auf Bevölkerungsebene beschreiben, kein individuelles Schicksal.

Quelle Risiko für Implantatverlust Risiko für Periimplantitis
Sgolastra et al. 2015 RR 1,69 (1,31–2,17) RR 2,17 (1,51–3,12)
Serroni et al. 2024 RR 1,62 (≤ 5 Jahre); 2,26 (> 5 Jahre) RR 4,09 (1,93–8,58)

Die Botschaft lautet nicht, dass ein Implantat nach einer Parodontitis „scheitern wird". Sie lautet, dass das Komplikationsrisiko messbar höher ist, was besondere Vorsichtsmaßnahmen und eine engmaschige Nachsorge rechtfertigt – und keine grundsätzliche Ablehnung.

Die Bedingungen, unter denen ein Implantat möglich ist

Wenn das Implantat weiterhin infrage kommt, dann nur unter der Voraussetzung, dass mehrere Punkte zusammenkommen. Keiner davon ist optional.

Eine behandelte und stabilisierte Parodontitis vor der Insertion

Das ist die erste und wichtigste Regel: In einem noch erkrankten Mund wird kein Implantat gesetzt. Die Parodontalerkrankung muss zuerst behandelt und unter Kontrolle gebracht werden. Die S3-Leitlinie der EFP zur Prävention und Behandlung periimplantärer Erkrankungen (Herrera et al., 2023) legt diesen Grundsatz fest: Die Vorbeugung der Periimplantitis beginnt bereits bei der Implantatplanung, was voraussetzt, dass das Parodont zuvor saniert wurde. Konkret bedeutet das einen parodontalen Befund, eine Zahnsteinentfernung und Wurzelglättung und anschließend eine Reevaluation, um zu prüfen, ob die Entzündung beherrscht ist, bevor ein implantatchirurgischer Eingriff erwogen wird.

Eine „stabilisierte" Parodontitis bedeutet eine kontrollierte Entzündung, verringerte Taschen und beherrschte Blutungsneigung – nicht einfach nur eine „zurückliegende" Parodontitis. Erst diese bei der Reevaluation bestätigte Stabilisierung entscheidet über das weitere Vorgehen.

Eine gute tägliche Plaquekontrolle

Die Kontrolle des Biofilms durch die Patientin oder den Patienten ist ein unmittelbarer Bestimmungsfaktor des Risikos – daran erinnern sowohl der Konsens von 2017 als auch die EFP (2023). Effektives Zähneputzen und die Reinigung der Zahnzwischenräume sind keine Empfehlungen für mehr Komfort: Sie gehören zu den Voraussetzungen für den Erfolg. Der Artikel über die tägliche Mundhygiene beschreibt die Methode und die geeigneten Hilfsmittel für Implantate wie für natürliche Zähne im Detail. Ohne Plaquekontrolle verpufft der Nutzen der anfänglichen Sanierung schnell.

Die Reduktion oder das Beenden des Rauchens

Rauchen ist ein zusätzlicher Risikofaktor, der häufig mit einer Parodontalerkrankung einhergeht. Die Evidenz, die es speziell mit der Periimplantitis verknüpft, gilt als weniger schlüssig als jene zur Parodontitis in der Vorgeschichte (Schwarz et al., 2018), doch bleibt es ein gut dokumentierter ungünstiger Faktor für die Wundheilung und die Gesundheit der Gewebe. Das Rauchen vor und nach dem Eingriff zu reduzieren oder einzustellen verbessert die Voraussetzungen; dieser Punkt wird beim Befund besprochen, ohne jede Wertung.

Eine dauerhaft eingehaltene, lebenslange Nachsorge

Das ist der Dreh- und Angelpunkt des gesamten Vorhabens. Die aussagekräftigsten Daten stammen aus der prospektiven 20-Jahres-Studie von Roccuzzo et al. (2022, Journal of Clinical Periodontology), die gesunde Patientinnen und Patienten sowie solche mit Parodontitis in der Vorgeschichte begleitet hat. Die Gesamtüberlebensrate der Implantate erreicht dort 93 % nach 20 Jahren, und die parodontalen Risikopatienten, die ihre Nachsorge regelmäßig wahrnahmen, wiesen kein signifikant erhöhtes Risiko für einen Implantatverlust auf im Vergleich zu ebenfalls betreuten gesunden Patienten. Wer das Nachsorgeprogramm hingegen nicht einhielt, zeigte ein sehr stark erhöhtes Risiko für einen Implantatverlust.

Mit anderen Worten: Was Erfolg und Misserfolg am deutlichsten voneinander trennt, ist weniger die Parodontitis in der Vorgeschichte als vielmehr die Verlässlichkeit bei der Nachsorge. Die Nachsorge ist keine nachträglich hinzugefügte Option: Sie ist bei Parodontitis-Patienten integraler Bestandteil der Implantatbehandlung.

Die periimplantäre Nachsorge: der eigentliche Punkt auf lange Sicht

Die S3-Leitlinie der EFP (Herrera et al., 2023) stellt die Nachsorge, also die unterstützende periimplantäre Therapie, in den Mittelpunkt der Prävention: eine regelmäßige professionelle Entfernung des Biofilms, eine Verbesserung der Mundhygiene und eine regelmäßige Beurteilung der Gesundheit der Gewebe rund um die Implantate. Für Patientinnen und Patienten mit Parodontitis in der Vorgeschichte verbindet diese Nachsorge in der Praxis eine parodontale Betreuung der verbliebenen Zähne mit einer periimplantären Betreuung der Implantate – beides gehört untrennbar zusammen.

Es gibt kein allgemeingültiges Recall-Intervall für alle. Der Rhythmus der Nachsorge, häufig einige Monate, richtet sich nach dem individuellen Risiko: Wer eine schwere Parodontitis in der Vorgeschichte, eine schlechte Plaquekontrolle oder einen Tabakkonsum hat, wird engmaschiger einbestellt als eine Person mit geringem Risiko. Der Grundgedanke und die Organisation dieser Nachsorge werden im Artikel über die parodontale Nachsorge und Betreuung ausführlich beschrieben.

Das Ziel dieser Nachsorge ist ein doppeltes: die erreichte parodontale Sanierung zu erhalten und jede beginnende Mukositis oder Periimplantitis früh zu erkennen, solange die Situation noch umkehrbar oder beherrschbar ist. Denn die Periimplantitis gibt oft Zeichen, bevor sie nachgibt.

Anzeichen früh erkennen: Überleben ist nicht gleich Erfolg

Eine wichtige Klarstellung, die für alle Implantatträger gilt und nach einer Parodontitis umso mehr: Das Überleben eines Implantats – die Tatsache, dass es noch an Ort und Stelle ist – ist nicht dasselbe wie sein Erfolg – die Tatsache, dass es gesund ist, ohne Knochenverlust. Ein Implantat kann „vorhanden" sein und dennoch eine periimplantäre Erkrankung entwickeln.

Der Konsens des World Workshop 2017 unterscheidet die periimplantäre Mukositis, eine reversible Entzündung des Zahnfleischs ohne Knochenverlust, von der Periimplantitis, die mit einem Verlust an stützendem Knochen einhergeht und deutlich schwerer zu korrigieren ist. Die zu beobachtenden Anzeichen – Zahnfleischbluten beim Putzen, Rötung, Schwellung, Eiteraustritt und im späten Verlauf Lockerung – sowie das richtige Vorgehen werden im Artikel über die Warnzeichen für ein Implantatversagen ausführlich beschrieben. Die Blutung geht dem Schmerz oft voraus: Sie ist das Signal, das ohne Abwarten zu einem Termin führen sollte.

Für Patientinnen und Patienten mit Parodontitis in der Vorgeschichte ist diese Aufmerksamkeit umso nützlicher, als ihr Grundrisiko höher liegt. Diese Anzeichen zu kennen bedeutet, sich die Möglichkeit zu geben, im frühen Stadium zu handeln – dort, wo die Behandlung am schonendsten ist.

Eine gemeinsame Entscheidung auf der Grundlage ehrlicher Information

Die Entscheidung, nach einer Parodontitis Implantate setzen zu lassen, ist nicht bloß eine technische Frage. Es ist eine gemeinsame Entscheidung, getroffen nach einer redlichen Aufklärung über den erwarteten Nutzen ebenso wie über die tatsächlichen Risiken. Patientinnen und Patienten haben das Recht zu erfahren, dass ihre Vorgeschichte das Risiko einer Periimplantitis erhöht, dass sich dieses Risiko steuern, aber nicht aufheben lässt, und dass ihre eigene Mitwirkung – Mundhygiene und Verlässlichkeit bei der Nachsorge – schwer ins Gewicht fällt.

In der Praxis in Kénitra übersetzt sich diese Logik in einen klaren Ablauf: ein parodontaler und klinischer Befund, die Sanierung des Mundes vor jeder Insertion, eine Planung gestützt auf die dreidimensionale Bildgebung mittels CBCT zur Beurteilung von Knochenvolumen und Knochenqualität und anschließend eine engmaschige, individuell angepasste Nachsorge. Diese Mittel beschreiben ein umsichtiges Vorgehen; sie stellen für sich genommen keine Ergebnisgarantie dar. Der vollständige Ablauf des Implantatwegs wird im Artikel über das Zahnimplantat in Kénitra: Schritte und Ablauf dargestellt.

Zusammenfassung

Ja, ein Implantat bleibt nach einer Parodontitis möglich. Aber unter drei untrennbaren Bedingungen: eine vor der Insertion behandelte und stabilisierte Parodontitis, eine gute Plaquekontrolle und die Reduktion des Rauchens sowie eine lebenslang eingehaltene Nachsorge. Eine Parodontitis in der Vorgeschichte ist ein anerkannter Risikofaktor für eine Periimplantitis, bestätigt durch den Konsens des World Workshop 2017 (Berglundh et al., 2018) und beziffert durch die Metaanalysen (Sgolastra et al. 2015; Serroni et al. 2024): Das Risiko ist höher, aber es schließt ein Implantat nicht aus. Die Langzeitdaten von Roccuzzo et al. (2022) zeigen, dass parodontale Risikopatienten, die ihre Nachsorge regelmäßig wahrnehmen, Ergebnisse erzielen, die denen gesunder Patienten nahekommen, während das Ausbleiben der Nachsorge das Misserfolgsrisiko stark vervielfacht. Überleben ist nicht gleich Erfolg: Eine organisierte Nachsorge und eine gemeinsame, ehrliche Entscheidung sind der beste Weg, ein Implantatvorhaben nach einer Parodontitis anzugehen.

Häufige Fragen

Kann man wirklich ein Implantat setzen, wenn man eine Parodontitis hatte?
Ja, eine Parodontitis in der Vorgeschichte ist keine Kontraindikation für ein Implantat. Die wesentliche Bedingung ist, dass die Parodontalerkrankung zuvor behandelt und stabilisiert wurde. Die S3-Leitlinie der EFP (Herrera et al., 2023) setzt einen sanierten Mund vor der Insertion voraus. Das Implantat bleibt möglich, geht aber wegen des höheren Komplikationsrisikos mit einer engmaschigeren Nachsorge einher.
Erhöht eine Parodontitis in meiner Vorgeschichte tatsächlich das Risiko einer Periimplantitis?
Ja. Der Konsens des World Workshop 2017 (Berglundh et al., 2018) kommt zu dem Schluss, dass es deutliche Hinweise auf ein erhöhtes Periimplantitis-Risiko bei Patientinnen und Patienten mit Parodontitis in der Vorgeschichte gibt. Die Metaanalyse von Serroni et al. (2024) findet eine etwa viermal höhere Periimplantitis-Inzidenz (relatives Risiko 4,09). Dieses Risiko ist real, lässt sich aber durch eine vorherige Sanierung und eine regelmäßige Nachsorge steuern.
Was muss vor dem Setzen eines Implantats nach einer Parodontitis geschehen?
Zuerst muss die Parodontitis behandelt und stabilisiert werden: parodontaler Befund, Zahnsteinentfernung und Wurzelglättung, anschließend eine Reevaluation, um zu prüfen, ob die Entzündung kontrolliert ist. In einem noch erkrankten Mund wird kein Implantat gesetzt. Dieser Ablauf wird durch die S3-Leitlinie der EFP (Herrera et al., 2023) bestätigt, die die Prävention bereits in der Implantatplanung verankert.
Halten meine Implantate genauso lange, wenn ich eine Parodontitis in der Vorgeschichte habe?
Sie können lange halten, unter der Voraussetzung einer regelmäßigen Nachsorge. Die prospektive 20-Jahres-Studie von Roccuzzo et al. (2022) berichtet eine Gesamtüberlebensrate von 93 % und zeigt, dass parodontale Risikopatienten, die ihre Nachsorge verlässlich wahrnahmen, kein signifikant erhöhtes Risiko gegenüber gesunden Patienten hatten. Umgekehrt erhöhte das Ausbleiben der Nachsorge das Verlustrisiko sehr stark. Eine bestimmte Haltbarkeit kann jedoch nicht garantiert werden.
Wie oft muss ich nach dem Setzen der Implantate zur Kontrolle kommen?
Es gibt kein allgemeingültiges Intervall. Die S3-Leitlinie der EFP (Herrera et al., 2023) stellt die periimplantäre Nachsorge in den Mittelpunkt der Prävention, mit einer regelmäßigen professionellen Reinigung und einer regelmäßigen Beurteilung. Der Rhythmus, häufig einige Monate, wird an Ihr Risikoniveau angepasst; eine Parodontitis in der Vorgeschichte, Tabakkonsum oder eine unvollkommene Plaquekontrolle rechtfertigen eine engmaschigere Nachsorge.
Ist Rauchen ein Problem, wenn ich eine Parodontitis hatte und Implantate möchte?
Rauchen ist ein ungünstiger Faktor für die Wundheilung und die Gesundheit der Gewebe und geht häufig mit einer Parodontalerkrankung einher. Sein spezifischer Zusammenhang mit der Periimplantitis gilt als weniger schlüssig belegt als die Parodontitis in der Vorgeschichte (Schwarz et al., 2018), doch das Rauchen vor und nach dem Eingriff zu reduzieren oder einzustellen verbessert die Voraussetzungen. Dieser Punkt wird beim Befund besprochen, ohne Wertung und im Rahmen einer gemeinsamen Entscheidung.

Sources

Für diesen Artikel herangezogene medizinische Quellen.

  1. 1Berglundh et coll., consensus péri-implantaire, World Workshop 2017, J Clin Periodontol 2018 (PubMed)
  2. 2Schwarz et coll., Peri-implantitis, World Workshop 2017, J Clin Periodontol 2018 (PubMed)
  3. 3Serroni et coll., antécédent de parodontite et échec implantaire/péri-implantite : revue systématique et méta-analyse, Clin Implant Dent Relat Res 2024 (PubMed)
  4. 4Sgolastra et coll., parodontite, perte implantaire et péri-implantite : méta-analyse, Clin Oral Implants Res 2015 (PubMed)
  5. 5Stacchi et coll., antécédents parodontaux et tabac comme facteurs de risque de péri-implantite : revue systématique et méta-analyse, J Oral Maxillofac Res 2016 (PMC)
  6. 6Roccuzzo et coll., implants chez le patient avec/sans antécédent de parodontite : étude prospective sur 20 ans, J Clin Periodontol 2022 (PMC)
  7. 7EFP, recommandation S3 sur la prévention et le traitement des maladies péri-implantaires (Herrera et coll., 2023)

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